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Von Flensburg zum Bodensee im Rollstuhl, 30.07.13  Etappe Maschen – Lüneburg

Nachdem wir Nico und Arnold gestern die Schönheit unserer Gegend zeigen konnten, wollten wir dem natürlich heute nicht nachstehen. Und so habe ich mir spät abends am PC noch eine tolle Wanderung von Maschen nach Winsen, dann Richtung Illmenau und immer entlang am Fluss über Bardowick nach Lüneburg ausgedacht. Schnell wurde mit klar, daraus wird nichts. Die ca. 38 km hätten wir zwar bewältigt, aber an diesem Tag erwarten uns in Winsen einige Kommunalpolitiker angeführt vom Bürgermeister Herrn André Wiese, sowie einige Reporter der kommunalen Presse. Auch NDR 1 Niedersachsen und NDR Internet TV hatten sich angesagt. Wir wären mit dem Zeitplan einfach nicht hingekommen. Ein Stück mit der Bahn oder dem Auto fahren kam natürlich nicht in Frage. Also mussten wir den geraden Weg wählen, von Maschen nach Bardowick auf der ehemaligen B 4 (ca. 18 km, eine schlimme Vorstellung für jeden Wanderer). So wurden es „nur“ ca. 33 km bis zum Ziel.

Am Bahnhof Maschen erwartete uns Frau Tumuschat-Bruhn, die uns schon gestern zum Eisbecher eingeladen hatte mit einem Beutel Studentenfutter, genau richtig für unsere anstrengende Wanderung.

Wie schon erwähnt, erwarte uns in Maschen ein großer Bahnhof mit einem Imbiss, perfekt zubereitet aus Obst und Früchten und Getränken, vielen Dank an die fleißigen Hände der Stadt Winsen. Es gab Musik, einige Ansprachen und die Medienvertreter taten ihre Arbeit. Man musste aufpassen nicht auf einen Fotografen oder die Kamerafrau vom NDR zu treten, die natürlichen nicht nur von oben, sondern auch aus der Froschperspektive ihre Aufnahmen machen mussten.
Für uns Wanderer ist das kein alltägliches Erlebnis gewesen, aber man darf nicht vergessen, genau deshalb findet diese Wanderung von Flensburg zum Bodensee statt. Durch derartige Aktionen kann man auf die Situation von Arnold und Nico Schnittger aufmerksam machen und vielleicht hier und da etwas bewegen.

Wie erwartet, dauerte der Besuch in Winsen länger als geplant. Der lange Weg auf der Landstraße wurde dann auch nicht so schlimm wie erwartet. Wir hatten viel Ablenkung durch die Gespräche untereinander oder gingen auch mal ein Stück des Weges allein um ein wenig nachzudenken über dies alles hier.
Plötzlich kam eine Dame von einem Grundstück mit einer großen Flasche kühlem Wasser (wir hatten schon lange nur noch lauwarme Getränke im Rucksack). Sie hatte uns kurz vorher mit dem Auto überholt und dann diese nette Idee. Vielen Dank!

Dann hielt ein Auto auf der anderen Straßenseite und drei Herren stiegen aus. Sie wollten uns auf der Wanderung begleiten und hatten uns in Maschen verpasst, waren nach Bardowick gefahren und dort erfahren wo wir waren. Erst hielt ich es für einen Scherz, aber sie waren wirklich morgens in Köln losgefahren um mit zu wandern. Respekt! Sie sind bis zum Schluss in Lüneburg mit dabei geblieben und dann abends noch heim nach Köln gefahren.

Da wir viel zu spät waren, kamen uns dann viele die auf uns warteten entgegen. Die Heidekönigin Jana George wanderte immer wieder ein Stück mit lief zurück um ihr Auto zu holen und war dann plötzlich wieder da. Sie wanderte natürlich mit Krone, Robe und hatte immer ihren Heidestrauß in der Hand. Der Strauß hatte es Nico besonders angetan, immer wieder versuchte er ihn zu stibitzen.

Es kamen auch die Reporter, Fotografen und RTL mit einem Fernsehteam. Plötzlich konnten wir nicht mehr nur einfach wandern, es wurde Regie geführt. Uns wurde gesagt wo und wie wir gehen sollten und der eine oder andere Reporter fragte uns auch wer wir sind und warum wir dabei sind. Wie im Bericht von gestern schon geschrieben, dies ist der Sinn der Aktion um auf die Lebenssituation von Arnold und Nico aufmerksam zu machen und etwas zu bewegen.

Durch diese für ungewohnte Unterhaltung empfanden wir die letzten Kilometer nicht  mehr so lang.

Eine Gruppe aus Lüneburg war uns entgegengekommen bis zur Brücke an der Illmenau, wir waren aber direkt zur Schleuse gegangen. Nach kurzer Zeit fanden wir doch noch zueinander.

Der letzte Teil des Weges an der Illmenau war dann auch sehr schön zu wandern und die Medienvertreter taten fleißig ihre Arbeit. Der Film von RTL wird bestimmt so lang wie Ben Hur oder Dr. Schiwago, oder wird es doch nur ein Bericht von zwei Minuten?

Zum Abschluss erwartet uns ein tolles Büfett mit Wurst, Käse, Fisch und auf das Bier hatten wir uns schon die letzen Kilometer gefreut.

Das waren zwei ganz erlebnisreiche Wandertage, anstrengend und mit vielen Eindrücken, die ich nicht missen möchte.

Nico, ich wünsche dir und deinem Vater weiterhin eine großartige Wanderung durch Deutschland und viel Erfolg für euer Projekt.

Hier ein Artikel aus der „Landeszeitung für die Lüneburger Heide“ (öffnen).

Wanderfreunde Nordheide e.V.