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07.06.14 Wendland

Der Startpunkt war Lüchow. Von dort aus führte uns die Wanderung durch die Rundlingsdörfer der Region. Diese dörfliche Siedlungsform beschränkt sich auf einen Streifen zwischen Ostsee und Erzgebirge. Die Dörfer sind im Wendland an besten und eindrucksvollsten erhalten.
Rundlinge liegen jeweils an einer erhöhten Stelle nahe einer Niederung mit einem Gewässer. Der Rundling zeichnet sich dadurch aus, dass die Höfe des Dorfes sich keil- oder sektorenförmig um einen runden oder ovalen Platz gruppieren, der bei der Anlage nur über eine Zuwegung verfügte.
Man vermutet, dass die Dörfer bereits vor über 100 Jahren in der Rundlingsform entstanden. Die Dörfer wurden aufgrund ihrer engen Bebauung häufig komplett durch Feuer zerstört.
Die heutige Bausubstanz der Rundlingsdörfer, die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammt, hat sich weitgehend erhalten, weil das Wendland seit dem Mittelalter immer eine strukturschwache Region abseits der großen Handelswege war. Auf alten Karten finden sich um 1800 noch knapp 200 Rundlingsdörfer im Wendland. Heute ist diese Siedlungsform nur noch bei etwa 100 Dörfern im Wendland im Ortsbild ablesbar.
Einige der Dörfer besuchten wir auf dieser außergewöhnlichen Wanderung, meist sind hier nur Radfahrer oder Autos unterwegs.
Es ging durch Reetze, Klennow, Güstritz, Satemin, Jabel, Seerau, Meuchefitz, Gühlitz, Lübeln und Plate. In Satemin war der traditionelle Pfingstmarkt, deshalb waren hier sehr viele Besucher. Die anderen Orte waren meist ruhig und beschaulich. An vielen Stellen sahen wir, dass das Wendland in den letzten Jahren wegen der Deponie in Gorleben stark durch die Proteste gegen die Kernkraft geprägt ist.

 

 

 

 

Wanderfreunde Nordheide e.V.