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19.03.11 Wümmewiesen

„Durch die Borgfelder Wümmewiesen“, unter diesem Titel führte Elke 15 Wanderer von Ottersberg nach Bremen-Borgfeld.
Beim Abmarsch in Ottersberg wanderten wir durch eine stimmungsvolle Flusslandschaft im Nebel. Ab Mittag wurden wir mit strahlendem Sonnenschein belohnt.
Unterwegs hielten wir immer wieder an, da es nicht nur eine schöne Landschaft ist, sondern dass es auch kulturell interessantes zu lernen gibt. Nachfolgend was ich aus Elkes Notizen übernommen habe.

Der Flecken Ottersberg ist mit ca. 12.000 Einwohnern und 9.900 ha Fläche eine der größten Gemeinden im Landkreis Verden. Als Einheitsgemeinde besteht sie aus seit 1972 aus 5 Ortsteilen.
Das Gebiet um Ottersberg umfasst neben meist abgetorften Mooren, die von zahlreichen Wasserarmen durchzogene Niederung der Wümme.
Die Geschichte von Ottersberg reicht ca. 1000 Jahre zurück. Der Amtshof, ein schlossähnlicher Backsteinbau auf einer flachen Düne zwischen den Flussarmen der Wümme errichtet, soll der Ursprung der Ansiedlung gewesen sein.
Zunächst folgten wir dem Wümme-Südarm für 4 km, erst auf dem linken, dann auf der rechten Seite des Ufers.
Wir überquerten einen Nebenarm und den Wümme-Mittelarm und kamen nach Bredenau, einem Ortsteil von Fischerhude. Fischerhude wurde bekannt durch den Maler Otto Modersohn. Ihm zu Ehren wurde aus alten Fachwerkscheunen das Moderson-Museum errichtet.
Weiter ging es zur Ortsmitte von Fischerhude zur Mittagsrast.
Fischerhude, eine kleine gemütliche Ortschaft des Flecken Ottersberg, liegt inmitten der Wümmeniederung auf einem langen Dünenzug und wird vom Nord-, Mittel- und Südarm umflossen.
Die vielen Wasserarme und Kanäle (Laaken) wurden einst von den Bauern genutzt um die Heuernte einzubringen. Der Fischreichtum, besonders Aale, machte die Bauern auch zu guten Fischern, daher der Name Fischerhude. Den Wohlstand kann man noch heute sehen wenn man durch den Ort schlendert.
Während unserer Wanderung konnten wir einige überflutete Wümmewiesen sehen. Eine beeindruckende Landschaft. In den Wintermonaten, wenn diese Wiesen zeitweilig eine Eisfläche bilden, ist seit alters her die „Pooljagdt“ auf Wildenten ein Hobby der Bauern und Fischer. Die zur Jagd erforderlichen zahmen Lockenten bewohnen die häufigen Entenhäuser an den Flussarmen und Streeks. Elke zeigte uns einigen dieser Häuser.
Moor, Geest, Wald, Heide, Dünen und die mit alten Erlen bestandenen Wiesen kennzeichnen die Vielfältigkeit der Umgebung. Viele Künstler erkannten im Laufe der Jahre die bescheidene Schönheit der Landschaft und ließen sich in Fischerhude nieder.
In Borgfeld endete unsere Wanderung.
Borgfelds Geschichte begann ab 1106, als das moorige Brachland um das heutige Dorf von den Holländern urbar gemacht wurde. 1945 wurde Borgfeld Teil der Stadt Bremen.
Bekannte Namen der Gemeinde sind die Familie Jakobs, Begründer Jakobs Kaffeerösterei und der Chef des Hauses Hohenzollern, Louis Ferdinand Prinz von Preußen. Er hat bis zu seinem Tode im Jahre 1994 hier auf dem „Wümmehof“ gelebt.

Wanderfreunde Nordheide e.V.