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07. bis 15.06.17 Moselsteig

Vom Mittwoch, den 07. bis Donnerstag den 15. Juni 2017 hatte Rainer für uns eine Etappenwanderung auf dem Moselsteig von Cochem nach Koblenz organisiert. Wir mussten nur unser Tagesgepäck mit auf die Wanderungen nehmen. Die Koffer wurden vom einem, zum anderen Hotel transportiert.
Wir kamen mit der Bahn am Nachmittag an und nachdem wir unser Hotel „Cochemer Jung“ direkt an der Mosel bezogen hatten, war noch Zeit für einen Rundgang durch die Stadt. Nach dem Abendessen hatte Rainer für uns einen Nachtwächterrundgang durch die wunderschöne Altstadt organisiert. Wir lernten etwas über die wechselvolle Geschichte und erfuhren auch, was die Hochwasser in den letzten 100 Jahren für Spuren hinterlassen hatten. Unterwegs gab es dann als Überraschung den „Cochemer Nachtwächtertrunk“, einen leckerer Kräuterlikör. Den Tag ließen wir wie es sich an der Mosel gehört, bei einem Glass Wein ausklingen. In dem Lokal wurde der 50. Geburtstag von „Petra“ gefeiert. Wir mischten uns unter die Geburtstagsgäste und hatten viel Spaß bis der Strom in der gesamten Stadt für etwa 20 Minuten ausfiel. Nicht weit entfernt hörten wir ein Gewitter. Die Einheimischen sagten uns, dass so ein Stromausfall hier öfter vorkommt. Bei Kerzenlicht tranken wir unseren Wein aus und gingen ins Hotel als das Licht wieder anging.
Lillys und mein Zimmer lag im 3. Stock, ganz am Ende des Ganges. Einige Meter vor unserer Zimmertür ging das Licht wieder aus. Das Problem war, das wir ein modernes Türschloss mit elektrischer Kartenöffnung hatten. Pech, wir standen vor der Tür, die anderen hatten ihr Zimmer gerade noch erreicht. Zusätzlich hatte die Zimmertür aber auch ein konventionelles Schloss. Ich ging zur Rezeption, die nachts nicht besetzt war und überlegte wo denn ein Generalschlüssel versteckt sein könnte. Ich hatte Glück und müsste bei der spärlichen Notbeleuchtung nicht lange suchen. Ganz schön leichtsinnig die Leute. Wir konnten aufs Zimmer und nach einer Stunde war der Strom auch wieder da.

 

20 Kilometer und fast 800 Meter Auf- und Abstiege lagen auf der ersten Etappe von Cochem und Pommern vor uns. Um halb zehn vorließen wir das Hotel und besichtigten die Kirche in  Cochem, die besonders durch ihre Fenster beeindruckte.Wir kamen durch Klotten und hatten immer wieder traumhafte Ausblicke ins Tal. Dies entschädigte uns für die teilweise steilen Anstiege.Natürlich legten wir immer wieder eine Rast ein, z.B. auf den geschwungenen „Sinnesbänken“, die wir schon von anderen Wanderwegen kannten.In Pommern wohnten wir bei „Onkel Otto“. Abends hatte Rainer im Ort eine Weinprobe organisiert. Der Winzer erzählte uns viel über die Geschichte des Ortes und die Entwicklung der Weinberge. Natürlich haben wir die unterschiedlichen Weine probiert und auch einige Karton Wein eingekauft.

Von Pommern führte die nächsten Tagesetappe durch die Weinberge, vorbei an der Nachbildung einer Keltensiedlung aus dem 5/4. Jahrhundert v. Chr. Weiter wanderten wir über Treis-Karden, hier besichtigten wir die Pfarrkirche St. Castor. Wir warteten einen kurzen Regenschauer ab, wanderten, teils bei Regen, vorbei an Müden, durch Müdenerberg, zur Burg Eltz und dann liefen wir zu unserem Etappenziel nach Moselkern.Höhepunkt der Etappe war die Burg Eltz, hier machten wir unsere Kaffeepause und bekamen danach eine Führung durch die Burg, die sich immer noch im Familienbesitz befindet. Gestärkt mit Kaffee und Kuchen ging es weiter zum Etappenziel Moselkern.Am Tagesende hatten wir 20 Kilometer bewältigt und waren über 700 Meter auf- und abgestiegen.Mit der Bahn fuhren wir von Moselkern nach Löf-Kattenes, denn wir übernachteten dort an zwei Tagen.

Mit der Bahn fuhren wir am nächsten Morgen von Kattenes zurück nach Moselkern.Die Torten am Wegesrand waren leider nur Attrappen. Wir liefen vorbei am ältesten Rathaus an der Mosel, Baubeginn war 1535. Dann nahmen wir unsere Wanderung auf dem Moselsteig wieder auf. Wie schon in den Tagen zuvor, ging es gut bergauf und –ab, insgesamt stiegen fast 700 m rauf und runter.In Hatzenport machten wir einen Ortrundgang, bewunderten die alten Autos, die auf einer Rallye durch das Moseltal unterwegs waren, besuchten das Café „Del Mondo“ und ließen uns den leckeren Kuchen schmecken.Weiter ging es dann durch Wald und Weinberge zum Etappenziel. Hier ließen wir uns erst einmal ein Bier schmecken, bevor wir auf die Zimmer gingen. Zum Abendessen besuchten wir das Restaurant Weingut Fries. Wir saßen alle auf der Veranda und genossen den Blick auf die Mosel. 

Heute war ein sehr warmer Tag mit 30 Grad. Von Löf-Kattenes wanderten wir ein Stück zurück entlang der Mosel und querten diese dann um weiter auf der rechten Seite flussabwärts zu wandern.Wir kamen schnell zum Höhepunkt unserer heutigen Etappe, der wunderschönen Burg Thurant. Sie steht hoch über dem Ort Alken. Eine erste Wehranlage wurde um 1200 von den Welfen hier errichtet. Die Besitzer wechselten im Laufe der Jahrhunderte und im 16. Jahrhundert war die Burg so baufällig, dass sie als Steinbruch für das Schloss in Alken genutzt wurde. 1689 wurde die Anlage durch die weitere Zerstörungen durch die Franzosen endgültig zur Ruine. Geheimrat Robert Allmers kaufte 1911 die Ruine und ließ sie teilweise wieder so aufbauen, wie wir sie heute bewundern können. Wir besichtigen Anlage mit ihren Ausstellungen mittelalterlicher Waffen und Geräte.Als nächstes kamen wir zur Dreifaltigkeitskirche hoch über dem Fluss. Heute am Sonntag war dort ein kleines Volksfest. Für uns eine willkommene Mittagseinkehr und Würstchen und kühlen Getränken. Steile An- und Abstiegen führten uns weiter durch das Moseltal.Zur Kaffee Pause kamen wir in einer eindrucksvollen Villa in Niederfell am Ufer der Mosel. Von dort aus war es dann nicht mehr weit. Wir überquerten noch einmal den Fluss und kamen nach acht Stunden, 18 km und fast 700 Metern bergauf und –ab in Kobern-Gondorf an. In einem Weingut im Ort verbrachten wir zum Abschluss dieses erlebnisreichen Tages einen gemütlichen und launigen Abend.

Unser Gepäck stand bereit zum Transport zum nächsten Ort. Wir machten uns auf den Weg von Kobern-Gondorf nach Winningen, unserem vorletzten Etappenziel. Bevor wir dem Moselsteig folgten, machten wir noch einen Rundgang durch den von seinen Fachwerkhäusern geprägten Ort.Auf einer Rast verteilte Elke einmal wieder ihre selbstgebackenen Kekse, den Heidesand.Die mächtige Moseltalautobahnbrücke kam näher auf unserem Weg durch die Weinberge, Felder und Wälder. Die Autobahnraststätte war perfekt zur Einkehr um die Mittagszeit. Der Moselsteig führt direkt unter der Autobahnbrücke hindurch. Wir fanden später oberhalb von Winningen einen Rastplatz und genossen die Aussicht. Danach ging es abwärts in den Ort.Wir machten, nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, noch einen Spaziergang durch den Winningen. Das Wetter lies es zu, dass wir wieder einmal draußen zu Abend essen konnten. Der Nachtisch war besonders lecker.

Unsere letzte Etappe auf dem Moselsteig von Winningen nach Koblenz stand heute auf dem Programm. 17 km aber nur etwa 250 Meter Auf- und Abstiege standen auf dem Programm.Um 09:15 Uhr verließen wir unser Hotel und es ging ein wenig bergauf in die Weinberge. Nach einer Rast kehrten wir zurück zur Mosel und liefen ein Stück am Ufer entlang. Auf einer behelfsmäßigen Fußgängerbrücke überquerten wir ein letztes Mal die Mosel und fanden einen schönen Platz für ein zweites Frühstück.Am Ufer liefen wir weiter nach Koblenz hinein und machten in einem Gartenlokal unsere Mittagsrast.Wir erreichten das Ende des Moselsteigs am Deutschen Eck. Vor uns lag der Rhein mit der Festung Ehrenbreitstein am gegenüberliegenden Ufer.Leicht fanden wir unser Hotel Hohenstaufen in der Nähe des Bahnhofs.Für den Nachmittag hatte Rainer noch eine Stadtführung für uns organisiert. Wir besuchten den Schängelbrunnen, ein Wahrzeichen der Stadt. Die Bronzefigur speit etwa alle zwei Minuten einen Wasserstrahl weit über den Brunnenrand hinaus. Unser Führer wusste viele Geschichten über die Stadt und die Fachwerkhäuser der Altstadt zu berichten. Der Name Koblenz geht auf das Römerkastell „Confluentes“ aus dem 3. Jahrhundert zurück.Über die lustigen Bronzefiguren in der Stadt erzählte er uns die Geschichte der Leute an die sie erinnern sollen.Unsere Führung führte zum Deutschen Eck, der Mündung der Mosel in den Rhein, mit dem Reiterstandbild des ersten Deutschen Kaisers Wilhelm I. Man kann dort auch die Marken der Hochwasserstände sehen.Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen in einem gemütlichen Straßenrestaurant.

Nachdem wir so Wanderung auf dem Moselsteig so erfolgreich beendet hatten, blieben wir noch einen Tag in Konstanz. Die einen besichtigten die Festung Ehrenbreitenstein und machten eine Schifffahrt auf dem Rhein, die anderen machten eine Wanderung auf einem Abschnitt des Rheinsteigs mit dem Besuch der Ruppertsklamm. Hierzu ging es mit der Seilbahn nach dem Frühstück hoch zur Festung, die dann besichtigt wurde. Weiter auf dem Rheinsteig ging es die Ruppertsklamm hinab zur Mündung der Lahn in den Rhein. Eine Schifffahrt auf dem Rhein führte zurück nach Koblenz.Es ging aber auch andersherum: Erst mit dem Schiff, dann die Klamm hinauf und zum Schluss zur Festung und dann mit der Seilbahn über den Rhein zurück nach Koblenz. Unterwegs begegneten wir einander.Beim gemeinsamen Abendessen, hieß es dann Abschiednehmen von Rhein und Mosel. Es war eine großartige Wanderung auf dem Moselsteig von Cochem nach Koblenz und einem tollen Abschlusstag in Koblenz. Vielen Dank an Rainer und natürlich auch an Angela, die ihn tatkräftig unterstützt hat.

Ein letztes Mal hieß es Kofferpacken, diesmal für die Heimreise mit der Bahn. 148 km waren wir auf dem Moselstieg gewandert. Im übernächsten Jahr kommen wir wieder an die Mosel und wandern von Chochem aus flussaufwärts … wenn wir gesund bleiben.

 

Wanderfreunde Nordheide e.V.