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12. – 20.08.18 Deutscher Wandertag

Vom 15. – 20. August 2018 fand im Kreis Lippe im Teutoburger Wald der 118. Deutsche Wandertag unter dem Motto „Gemeinsam unterwegs“ statt. Zentraler Veranstaltungsort war Detmold mit seinen mittelalterlichen Gassen.
Nachdem es uns im letzten Jahr auf dem Wandertag in Eisenach so gut gefallen hatte, haben wir gleich wieder ein Zimmer für den nächsten Wandertag gebucht. Das war gar nicht so einfach, denn die Zimmer direkt im Veranstaltungsort, sind meist schon eineinhalb Jahre vorher ausgebucht.
Die zentrale Lage war uns wichtig. Man erreichte die Ausgangspunkte der rund einhundert angebotenen Wanderungen leicht und trifft nachmittags und abends in der Stadt und auf der Festwiese viele bekannte Gesichter.
Das Wanderprogramm beginnt immer schon ein paar Tage vor dem eigentlichen Wandertag und so sind wir schon am 12. August angereist.
Die Angst, dass die Wandergruppen zu groß sind, erwies sich als unbegründet. Wir waren immer, so wie bei uns auch, zwischen 10 und 25 Wanderer. Natürlich gab es auch „Massenveranstaltungen“ wie die letzte Etappe der Wimpelgruppe oder die offizielle Verbandswanderung. Aber das wussten wir vorher und die Veranstaltungen hatten auch ihren Reiz. Unsere Wandertagsplakette war gleichzeitig unser Fahrschein für den öffentlichen Nahverkehr.

                      
   

Am Montag wanderten wir von den Fischerteichen durch den Teutoburger Wald zum Hermannsdenkmal auf der 386 Meter hohen Grotenburg. Wir waren 11 Wanderer und hatten den Luxus von 3 Wanderführern. Wir kamen am Sender Teutoburger Wald vorbei. Neben dem Hermanns Denkmal war die Rast am Dreiflußstein ein Höhepunkt.
Karlheinz, einer unserer Führer wusste ganz viel über dieses seltene Phänomen zu berichten. An diesem Punkt ist die Wasserscheide zwischen drei Flüssen, dem Rhein, der Weser und der Ems.

 

Am nächsten Tag wanderten wir unter Führung von Adolf mit ca. 20 Wanderern rund um Bad Meinberg durch das Naturschutzgebiet Leistruper Wald und besuchten die Opfersteine und bronzezeitliche Ausgrabungen. Unterwegs gab es ab und zu einen kleinen Regenschauer. Der Regen verabschiedete sich aber bald und wir hatten für die restliche Zeit herrliches Wanderwetter mit viel Sonnenschein.
Auf der Heimfahrt machten wir noch einen Abstecher und bestiegen die Externsteine. Die Externsteine bestehen, wie der gesamte Hauptkamm des Teutoburger Waldes aus Osning-Sandstein, dass sich vor etwa 120 Millionen Jahren aus Sandablagerungen gebildet hat. Die Steine ziehen nicht nur die Touristen und Wanderer in ihren Bann, Funde belegen, dass sich hier bereits vor 10.000 Jahren Menschen aufgehalten haben.

Am Mittwoch machten wir eine Stadtführung durch Detmold mit seinen vielen alten Fachwerkhäusern. Es hatten so viele Wanderer Interesse an dieser Führung, dass die Gruppe zu groß geworden wäre. Die Organisatoren waren darauf vorbereitet und so teilten wir uns in drei Gruppen mit drei Führern.
Detmold hatte das Glück, dass im Krieg nicht eine Bombe auf die Stadt fiel. Man vermutet, dass dies auf die Verbindung der Lippeschen Fürstenfamilie zum englischen Königshaus zurückzuführen ist.
Auf der anschließenden Wanderung verließen wir entlang des Friedrichstaler Kanals die Stadt und wanderten in den Teutoburger Wald. Unterwegs kamen wir am Lönsstein vorbei. Unser Heidedichter lebte auch eine Zeit in Detmold. Die Wanderung führte uns vorbei am Hermannsdenkmal zurück in die Stadt.
Inzwischen waren immer mehr Wanderer eingetroffen, denn morgen war die offizielle Eröffnung des Deutschen Wandertages.
Wir trafen viele bekannte Gesichter und verabredeten uns zum Abendessen im Brauhaus.

So wie die Olympische Flamme vom Olymp zum Ort der Olympischen Spiele getragen wird, so wird der Wimpel des Deutschen Wanderverbandes auf einer Etappenwanderung von einem Veranstaltungsort zum nächsten getragen.
Die Wimpelgruppe war in diesem Jahr am 4. August in Eisenach gestartet und lief in elf Tagesetappen nach Detmold.
Geführt wurde die 16 köpfige Gruppe vom Landeswegewart von Thüringen Lutz Hähner. Mit dabei waren unter anderem die Eisenacher Oberbürgermeisterin Katja Wolf und die Schirmherrin des 117. Wandertages in Eisenach, die ehemalige thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht.
Zusammen mit über 200 Wanderern begleiteten wir die Wimpelgruppe auf der letzten Etappe von 17 Kilometern von den Externsteinen durch den Wald über Berlebeck, zum Hermannsdenkmal. Hier war Rast, bevor es das letzte Stück nach Detmold ging. Die Wimpelgruppe verabschiedete sich von uns Begleitern um sich auf die feierliche Übergabe des Wimpels auf der Festbühne vorzubereiten.
Seit heute war auch die Tourismusbörse auf dem Schlossplatz eröffnet worden. Wir hatten Gelegenheit uns über die Wanderregionen im In- und Ausland zu informieren. Auf der Festwiese herrschte immer ein reges Treiben mit einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm.

Früh fuhren wir heute Morgen mit dem Bus zur Adlerwarte in Berlebeck. Am Rande des Teutoburger Waldes beherbergt die Adlerwarte rund 180 verschiedene Greifvögel.
Auf  einem Rundgang durch das Gelände bewunderten wir Adler, Geier, Falken und Schneeeulen. Wir trafen dort Christian Drescher aus Braunschweig mit seiner Gruppe.
Um elf Uhr begann die Greifvogelschau. Beeindruckend war, dass viele Vögel gleichzeitig in der Luft und hoch am Himmel zu sehen waren.
Offensichtlich machte es den Tieren auch großes Vergnügen immer wieder auf den Köpfen der Zuschauer zu landen.
Mit dem Bus fuhren wir weiter zu den Externsteinen, dem Ausgangspunkt unserer nächsten Wanderung.
Vorbei am Europäischen Wanderkreuz wanderten wir auf einsamen Wegen durch den Teutoburger Wald zum Hermannsdenkmal.
Zum Abendessen trafen wir uns im Theotmalli in der Meierstraße.

Sonnabend stand die Verbandswanderung des DWV im Programm. Zu dieser Wanderung muss man sich vorher eine Einladung besorgen. Unterwegs trafen wir einige Vorstandsmitglieder anderer Vereine, die wir von früher kannten.
Startpunkt war an der Adlerwarte, unter der Führung vom Landrat des Kreises Lippe Dr. Axel Lehmann. Unser erstes Ziel war die Ruine Falkenburg auf 372 Metern Höhe im Lippischen Wald. Unser Führer erzählte uns etwas über die Geschichte vom Bau 1194, die verschiedenen Besitzer der Burg, bis zu ihrer Zerstörung im 15. Jahrhundert. Die Ruine diente den Berleburgern lange Zeit als „Steinbruch“ für die Fundamente ihrer Häuser.
Die Ruine ist heute im Besitz von Stephan zur Lippe, einem direkten Nachfahren des Erbauers. Seit 2004 wird die Ruine wieder hergerichtet. Sie soll nicht wieder aufgebaut werden. Das vorhandene Mauerwerk soll den kommenden Generationen erhalten werden.
Zum Abschluss der Wanderung gab es ein Mittagessen an den Exerternsteinen mit Aufführungen der Deutschen Wanderjugend und Gästen aus Osteuropa und Mexiko.
Christian mit seinen Braunschweigern war so nett uns im Bus nach Detmold zurückzunehmen. Dort wurde auf der Festwiese weitergefeiert und die Gastgeber des nächsten Wandertages in Schmallenberg & Winterberg stellten sich vor.
Zum Abendessen ging es wieder ins Brauhaus.

Am Sonntagmorgen gingen wir ins Landestheater zur Feierstunde des Deutschen Wandertages. Festlich oder auch in Wanderkleidung kamen die Besucher.
Den Höhepunkt des Deutschen Wandertages bildete wie immer der Festumzug. Ca. 6.000 Teilnehmer liefen mit ihren Wimpeln und Fahnen durch die Stadt.
Alles war perfekt organisiert. Entlang der Aufmarschstrecke lagen die Schilder der Vereine bereit. Wir konnten im Schatten warten oder uns mit Bekannten aus anderen Vereinen unterhalten bevor sich der lange Zug in Bewegung setzte. Es gab Stände mit Mineralwasser und auch an Dixi-Klos an der Strecke war gedacht.
Der Norddeutsche Wanderverband war mit seinen Vereinen vertreten. Angeführt von unserem ersten Vorsitzenden Reinhard Schlothauer, liefen wir in einer bunten Gruppe, zusammen mit den Kielern, Lübeckern, Pinnebergern, Stormarnern, Hamburgern, Bremervördern und bestimmt habe ich noch welche vergessen.
Besonders gefreut hat mich, dass ich unterwegs doch noch viele von unseren eigenen Wanderfreunden aus der Nordheide überreden konnte mitzulaufen. Es hat uns allen viel Freude gemacht.
Zum Abschied saßen wir abends noch lange bei Theotmalli zusammen.
Am Montag ging es dann wieder heim und wir freuen uns auf den nächsten Wandertag in Schmallenberg/Winterberg.

 

 

 

Wanderfreunde Nordheide e.V.