Willkommen > Fotos und Berichte aus dem Verein (letzte Änderung: 11.11.18) > Neu eingestellt vom 16.10. bis 11.11.2018 > 22. – 30.09.18 Kleinwalsertal

22. – 30.09.18 Kleinwalsertal

Mit der Bahnfahrt klappte alles gut und wir kamen wohlbehalten in Oberstdorf an.
Unser Hotel lag in Riezlern, einem Ort gleich am Anfang des kleinen Tales, das seinen Namen von den Wallisern ableitet, die im 13. Jahrhundert hierherzogen. Das Tal gehört zwar zu Österreich, ist aber nur von Deutschland aus über Oberstdorf auf der Straße zu erreichen.
Hans hatte vor Ort drei Wanderführer engagiert. Simone, Frank und Bernhard führten uns in der Wanderwoche auf Wanderungen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.
Am ersten Tag wanderten wir in zwei Gruppen von Riezlern über Hirschegg meist nahe der Breitach nach Mittelberg. Mit dem Bus ging es weiter nach Baad, hier endet die Straße. Wir wanderten zurück nach Mittelberg und fuhren mit der Zafernabahn nach oben zur Sonna-Alb. Die weitere Wanderung führte uns zur Talstation der Heidbergbahn. Mit dem Bus ging es wieder nach Riezlern zurück. Wer Lust hatte, kehrte noch in dem urigen Café „Cantina Vertical“ ein.

Heute hatte der Wetterbericht etwas Regen vorausgesagt und so beschlossen wir die Breitachklamm zu besuchen.
Mit dem Bus fuhren wir ein Stück über die Grenze und begannen die Wanderung zur Klamm. Der Regen wurde weniger und in der Klamm störte er sowieso kaum. Der Weg ist sehr gut befestigt und so konnten wir uns gefahrlos an diesem beeindruckenden Naturschauspiel erfreuen. Wir durchwanderten den schönsten Teil in beiden Richtungen und verließen die Klamm dann. Im Waldhaus machten wir unsere Mittagseinkehr.
Wer Lust und genug Kondition hatte, wanderte mit Bernhard zurück, immer weiter an der Breitach entlang. Hier machte uns unser Führer auf Wasseramseln aufmerksam. Der etwa starengroße, rundlich wirkende Singvogel war Vogel des Jahres 2017. Er taucht in schnell fließenden Bächen und fängt dort kleine Fische. Er ist gut an seiner weißen Brust zu erkennen. Wir konnten ihn perfekt beobachten nachdem wir ihn erst einmal beim Fischen entdeckt hatten. Wir verließen die Breitach, wanderten ein Stück ins Schwarzwassertal hinein.
Der Weg führte uns einem Wasserfall vorbei und dann zu einer beeindruckenden Naturbrücke über den Bach.
Zum Abschluss dieser von großartigen Naturschauspielen geprägten Wanderung, ging es dann über eine Hängebrücke zurück ins Hotel.

Mit dem Bus fuhren wir morgens nach dem ausgiebigen Frühstück nach Mittelberg. Mit der Seilbahn fuhren wir auf das 1996 m hohe Welmendinger Horn. Oben angekommen, erfreuten wir uns erst einmal an der tollen Aussicht. Die Gruppen teilten sich. Mit Frank wanderten wir auf einem Höhenweg durch Wiesen und Almen über Schotterwege zuerst talwärts. Dann ging es 300 Höhenmeter steil bergan. Wir kamen alle gut ins Schwitzen. Frank, unser erfahrener Bergführer sorgte dafür, dass jeder durchgängig in gleichmäßigem Tempo den Aufstieg schaffte. Oben angekommen wurden wir wieder mit einer herrlichen Aussicht weit ins Allgäu hinein belohnt. Über einen nicht immer einfachen Weg, begann der lange Abstieg zur Schwarzwasser-Hütte, die wir immer näher kommen sahen. Wir genossen die verdiente Rast in einem eigenen Raum, den Frank für uns organisiert hatte.
Gut gestärkt machten wir uns auf den Abstieg zur Talstation der Ilfen-Seilbahn. Unterwegs machen wir noch Rast an einem kleinen Stausee, aus dem im Winter das Wasser für die Beschneiungsanlagen entnommen wird. Wolf-Lothar hatte einen Kräuterschnaps im Rucksack, an dem wir uns gerne stärkten.
An der Seilbahn tranken wir noch einen Kaffee. Es standen ganz viele Wanderer dort, die alle mit dem Bus fahren wollten. Frank rief in unserer Unterkunft an und der kleine Hotel-Bus holte uns ab. Es wurde eng, zwei fanden im Kofferraum Platz, aber es wurde eine lustige Fahrt ins Hotel.
Abends besuchten wir im Ort noch eine Vorstellung des lustigen Bauerntheaters und hatten viel Spaß .

Von unserem Hotel aus liefen wir zur Talstation der Kanzelwand Bahn. Die Seilbahnbrachte uns auf 1957 Meter. Bei klarer Sicht bot sich uns eine tolle Aussicht, in der Ferne konnten wir den Grünten, den „Wächter des Allgäus“ ausmachen. Ihn kennen wir von unseren Schneeschuhwanderungen noch gut. Auf der anderen Seite blickten wir nach Oberstdorf. Nachdem wir den Blick in die Bergwelt genossen hatten und auch genügend Fotos gemacht hatten begann die Wanderung. Ein langer Abstieg lag vor uns. Aber es ging auch noch ein Stück bergan. Vom Kuhgerensattel, 1862 m stiegen wir zur Kuhgerenspritze, 1910 m auf. Vom Gipfelkreuz aus genossen wir den Blick ins Kleinwalsertal, direkt vor uns im Tal lag Hirschegg und weiter rechts im Tal konnten wir unser Hotel in Riezlern gut ausmachen. Wir liefen zurück zum Sattel und weiter zur Inneren Kuhgehrenalpe. Hier machten wir Mittagsrast. Danach liefen wir in engen Serpentinen bergab.
Auf einem breiten Wirtschaftsweg passierten wir die Innere Wisalpe und liefen neben dem Wildentalbach ein Stück bergan zur Hütte am Talende. Im Biergarten der Fluchtalpe konnten wir unseren Durst löschen, bevor wir wieder im Tal zurück und dann nach Mittelberg liefen. Mit dem Bus ging es zurück ins Hotel.

Heute wanderten wir fast alle gemeinsam. Der Bus brachte uns zur Talstation der Söllereckbahn, die uns von 1040 Metern auf 1358 Meter zur Bergstation brachte. Wer mochte wanderte mit ins Hühnermoos-Moor. Die anderen warteten an der Bergstation auf unsere Rückkehr. Unter uns lag Oberstdorf. Auf den Erklärungstafeln lernten wir etwas über dies Naturschutzgebiet. Der starke Regen in dieser Region (mehr als 2 Meter pro Jahr) führte seit 10.000 Jahren zur Bildung dieses Hochmoores in einer Felsmulde, aus der das Wasser nicht abfließen kann. Wir folgten ein Stück einem Waldlehrpfad. Auf demselben Weg ging es zurück zur Bahnstation.
Ein breiter Wirtschaftsweg führte uns durch Almen-Wiesen ohne nennenswerte Steigungen zu unserem Ziel einer Hütte, dem Bergstüble. Unser Hotel war auch wieder gut auszumachen. Wir waren rechtzeitig in der Hütte und bekamen gute Plätze. Die Gruppe hatte sich sehr in die Länge gezogen, aber so nach und nach kamen alle an.
Heute gab es hier etwas Besonderes, ein lustiger Musikant aus dem Allgäu erfreute uns mit seiner Musik und seinen Späßen. Wir blieben lange, ließen uns das Essen und Bier schmecken. Die eine oder andere Runde Enzian tranken wir mit unseren Wanderführern. Und getanzt und gesungen wurde natürlich auch. Nach und nach wanderten wir in kleinen Gruppen zurück nach Riezlern in unser Hotel. Einige fuhren mit dem kleinen Hotel-Bus.

Wie schon an den anderen Tagen ging es vom Hotel zuerst einmal zur Bushaltestelle. Aber heute mussten wir lange warten und es kam immer noch kein Bus. Der Grund wurde uns bald klar, eine Rinderherde wurde durch den Ort getrieben so kamen kaum Autos durch. Für uns war das natürlich ein großes Spektakel. Den ersten Teil des Anstieges bewältigten wir mit der Seilbahn, die uns auf 1577 Meter Höhe brachte. In mehreren Gruppen in unterschiedlichem Tempo bewältigten wir den Anstieg auf das 2085 Meter hohe Hahnenköpfle. Hier oben machten wir unsere Mittagspause, verzehrten unsere Rucksackverpflegung und fütterten die Bergdohlen. Beeindruckt genossen wir die Aussicht weit hinein ins Allgäu und in die Alpen. Unter uns lag die zerklüftete Felslandschaft des Gottesackers. Frank stieg mit einer kleinen Gruppe durch dieses von Spalten durchzogene Felslabyrinth ab. Und dann ging auf dem Bergpfad auf dem wir aufgestiegen waren zurück zur Seilbahnstation. Nach diesem schweißtreibenden Bergerlebnis schmeckte dort das Bier besonders gut.

Heute starteten wir die Wanderung direkt vom Hotel aus. Wir verließen Riezlern und wandern zur Breitach und folgten dem Bach, liefen aber nicht bis zur Klamm, sondern verließen ihn und stiegen in Richtung Nordwesten durch Almen und Wälder leicht bergan. Die Sicht war heute nicht so gut wie an der Tagen zuvor, es war leicht dunstig. Wir bogen ab in Richtung Osten und erreichten unser Tagesziel, die Berghütte „Alpe hinter der Enge“ auf 1080 Metern Höhe. Hier trafen wir auf die Gruppe, die der Hotel-Bus hochgebracht hatte. Es war zwar etwas frisch, aber die meisten saßen doch draußen vor der Hütte und später kam auch die Sonne durch. Das Essen war prima und gut gestärkt machten wir uns, zuerst über die Almen, auf den Heimweg. Wir wanderten entlang der Deutsch-Österreichischen-Grenze und überschritten sie auch ein paarmal.
Unterwegs trafen wir wieder auf den kleinen Hotel-Bus. Wer mochte, ließ sich nach Riezlern fahren. Wir anderen liefen weiter zu Fuß ins Hotel.Beim Abendessen hieß es dann Abschied nehmen von unseren Wanderführen, denn morgen ging es wieder heim in den Norden.
Elke dankte Hans im Namen der ganzen Gruppe für die tolle Organisation dieser Wanderreise ins Kleinwalsertal. Mit Musik klang der Abschiedsabend aus.

Der Bus holte uns im Hotel ab und brachte uns zum Bahnhof nach Oberstdorf. Wir hatten wieder einen Kurswagen und mussten bis Harburg nicht mehr umsteigen.

 


 

 

Wanderfreunde Nordheide e.V.