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12.10.18 Salzhausen

Die Wanderung ging in den Süden von Salzhausen. Elke führte die Wanderfreunde nun schon zum 4. Mal auf dieser Strecke, zum ersten Mal am 07.11.1998. Eigentlich sollte die Wanderung schon im Juli stattfinden, aber wegen der großen Hitze, die in diesem Sommer oft herrschte, hatte sie absagen müssen.
Mit dem Heide-Shuttle fuhren wir bis Salzhausen.
Elke hatte sich wie immer perfekt vorbereitet. Wir bekamen alle eine Karte mit dem eingezeichneten Wegverlauf und vielen Erklärungen. Aus ihren Texten ist der Großteil des nachfolgenden Berichtes abgeschrieben.
Über die Herkunft des Ortsnamens Salzhausen gibt es zwei Versionen: Zum einen soll Salzhausen als mittelalterlicher Gauort von einem Ritter „Solerhusen“ gegründet worden sein, zum anderen soll der Namensursprung von den Salzspeichern herrühren, welche die Saline Lüneburg in Salzhausen unterhielt.
Ausgangspunkt unserer Rundwanderung durch die Samtgemeinde mit ihren fast 15.000 Einwohnern, war der Hauptort Salzhausen. Der Ort kann auf eine fast 1000-jährige Geschichte zurückblicken, denn schon um 1025 gab es eine urkundliche Erwähnung. Erste Siedlungen soll es jedoch schon bereits um 2500 v. Chr. gegeben haben.
Von 962 bis 1679 war Salzhausen Sitz einer Verdischen Vogtei.1852 wurde der Ort kurzfristig Amtssitz, jedoch nach nur sieben Jahren wurde aus dem Amtshaus ein Gerichtsgebäude und später eine Polizeistation. 1906 wurde das Gebäude dann in ein Krankenhaus umfunktioniert, das noch heute als Gesundheitszentrum in Betrieb ist. Vorher war es das letzte und lange Jahre einzige genossenschaftlich organisierte Krankenhaus in Deutschland. Träger waren 400 Bürger von Salzhausen.
Von hier aus liefen wir weiter und passierten mehrere historische Gebäude, wie die aus Feldsteinen errichtete romanische St. Johanniskirche. Mit dem um 1480 angebauten Natursteinturm ist sie eine typische Heidekirche. 1643 wurde mit dem Bau der heutigen Kirche begonnen. Das Bronzetaufbecken stammt jedoch schon aus dem Jahre 1403. Wir hatten am Ende unserer Wanderung noch Zeit, um ins Innere des Gotteshauses zu gehen.
Die Dorpschün ist eine Fachwerkscheune aus dem Jahre 1778, sie wird heute für Veranstaltungen genutzt.
Wir wanderten zum mitten im Ort liegenden Paaschberg. Umgeben von einem kleinen Wald liegt der 67 m hohe Berg. Künstler haben hier Skulpturen in die Bäume gearbeitet. Wir bestiegen den 17 m hohen Aussichtsturm und genossen einen herrlichen Rundblick auf das Gemeindegebiet, man kann in das Luhetal hineinblicken, das weiter nördlich in die Winsener Marsch übergeht.
Unser nächstes Ziel war der 45 m hohe Gallerberg, eine alte Hinrichtungsstätte, auf dem ein Galgen stand. Er liegt so weit vom Ort entfernt, wie zwei Armbrustschützen schießen konnten. 1972 entdeckten hier Archäologen 12 Hingerichtete, die mit dem Kopf unter dem Arm verscharrt waren.
Weiter wanderten wir nach Südwesten zum Nachbarort Eyendorf. Hier steht weit sichtbar die 1897 erbaute Holländerwindmühle.
Durch Feld- und Waldlandschaften überquerten wir den Fierlaßberg und kamen nach Putensen. Hier fanden wir eine Hütte für unsere Mittagsrast.
Weiter ging es, oft durch den Wald, vorbei an Fischteichen zu unserem letzten Ort, den wir besuchten, Luhmühlen. Der Ort ist als Reiterort weltweit bekannt und besitzt ein anerkanntes Gelände für die Austragung Deutscher Meisterschafts- und Vielseitigkeitsturniere. Jährlich finden hier Military-Meisterschaften statt.
Die Luhe hat uns heute oft begleitet.Wir kamen zur Luhemühle, die dem Ort seinen Namen gibt vorbei. Bereits 1205 kam die Mühle durch Graf Iso von Wölpke, der Bischof von Verden war, in den Besitz der Herren von Wölpke. Im 30-jährigen Krieg zerstört, wurde sie später wieder aufgebaut und ging nach 400 Jahren in Lüneburger Besitz über. Heute ist sie im Privatbesitz. Mit freundlicher Genehmigung durften wir auf das Gelände und uns die Anlage ansehen.
Wir kehrten zurück nach Salzhausen und kreuzten dabei immer wieder unseren Hinweg. Wir überquerten den Gallerberg an dem wir vormittags schon vorbeigewandert waren.
In der Bäckerei Soetebier machten wir unsere Kaffeeeinkehr.
Noch einmal ging es zum Paaschberg, wo wir uns noch ein paar der Skulpturen ansahen.
Bevor wir mit dem Heide-Shuttle wieder heim nach Buchholz fuhren, besuchten wir noch das wahrscheinlich kleinste Museum Deutschlands, das Feuerwehrmuseum. Es ist im alten hölzernen Schlauchturm mitten im Ortskern untergebracht. Der Turm steht unter Denkmalschutz und beherbergt eine kleine Ausstellung zur Feuerwehrgeschichte. Vorher hatten wir auch noch Zeit für ein Eis auf die Faust.

 

 

 

 

Wanderfreunde Nordheide e.V.