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08.09.15 Zollbarkasse

Hier der Bericht von Elke Schmidt.

Mit der ehemaligen Zollbarkasse auf der Este

Da hatte Marlene aber Glück. Tage zuvor  hatte es kräftig geregnet, aber an diesem Tag konnten die Wanderfreunde bei herrlichem Sonnenschein auf der Zollbarkasse „Hansestadt Buxtehude“ Platz nehmen.  Vom Buxtehuder Schiffsanleger ging es quer durchs Alte Land Richtung Königreich,  wo schon das Mittagessen für uns vorbereitet wurde.

An Bord wurden wir von Bärbel Dahms empfangen, die diese Ausflugsfahrt begleitete und uns so einiges über die Geschichte der Este, die als Nebenfluss der Elbe durch das größte Obstanbaugebiet Europas führt, erzählte. Seit 1690 ist sie als wichtiger Handelsweg bis in die Niederlande und nach Italien bekannt.  Buxtehude gehörte zur Hanse und wer über die Elbe wollte musste hier durch.  In alten Urkunden wurde auch der Transport  von Magerochsen erwähnt. Die armen Tiere bekamen auf der Fahrt von Jütland nach Buxtehude kaum zu fressen und wurden in Buxtehude auf den „Bullenberg“ getrieben, bevor die Reise  weiterging.

Über die Jahrhunderte gab es viele schwere Sturmfluten. Die Sturmflut von 1962 ist sicher noch einigen in Erinnerung. Obwohl die Sturmflut von 1976 stärker war, richtete sie weniger Schäden an, weil nach 1962 die Deiche erhöht wurden.  Heutzutage befürchten Umweltschützer und Anwohner,  dass  durch die geplante Elbvertiefung Schäden an der Este entstehen könnten,  Das Wasser würde schneller auf- und ablaufen, was das für die Natur und die Menschen hier bedeutet, weiß keiner so genau.

Auf der Barkasse war Ronny, ein ehemaliger Mann von  der Wasserschutzpolizei, für das Festmachen zuständig.  Jürgen, früher  Zollbeamter und jetzt  Kapitän auf der Barkasse, steuerte uns über die Este Richtung Königreich.  Beide sind Mitglieder des Fördervereins „Buxtehuder Hafen und Este“  und stolz auf  ihre  Barkasse, die 1954 von der Jensenwerft in Hamburg gebaut wurde.  Circa 45 Touren machen die Ehrenamtlichen im Jahr. Im Oktober ist die Saison vorbei. Dann geht die „Hanseat Buxtehude“  in die Werft. Dort wird sie überholt, damit sie im nächsten Frühjahr wieder startklar ist.  Besitzer der „Hansestadt Buxtehude“ ist Dieter Klar, Schwiegersohn des beliebten und unvergessenen Rudi Carell. Er wohnt  mit Annemike, Carell’s Tochter,  direkt an der Este. Ehrensache, dass unser Kapitän vor seinem Haus immer die Sirenen heulen lässt.

62,3 Kilometer ist die Este  lang und von der Quelle bis nach Hollenstedt streng geschützt. Sie hat  das  Prädikat: „Bundeswasserstraße Klasse I“. Gerne hätten wir nach dem Mittagessen noch die Sietas-Werft gesehen, aber durch den Tidenhub, er liegt bei 1,50 bis 2,80 Meter, sank das Wasser auf 1,50 Meter. Das machte Käpt’n Jürgen unruhig. Auf Grundberührung hatte er keine Lust. Also ging es zurück nach Buxtehude. Dort angekommen, besuchten wir noch ein  Eis-Café und verteidigten unser Eis bzw. Kuchen gegen aufdringliche Wespen.

 

Wanderfreunde Nordheide e.V.