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06.07.16 Fischtreppe

Lilly hatte heute einen Spaziergang zu Europas größter Fischtreppe organisiert. Mit Metronom, S-Bahn und Bus fuhren wir nach Rönne an der Elbe. Zu Anfang nieselte es ein wenig, ab dann hatten wir Glück und es blieb für den Rest des Tages trocken.
Die 1960 in Betrieb genommene Staustufe bei Geesthacht, staut die Elbe auf 4 m ü. NN. Dadurch haben die Gezeiten keinen Einfluss mehr auf den Oberlauf der Elbe. Nötig wurde diese Stufe auch um den Elbe-Seitenkanal und den Elbe-Lübeck-Kanal ganzjährig vollschiffig erreichbar zu machen.
Allerdings stellt die Staustufe ein unüberwindliches Hindernis für die meisten Fische dar, die nun nicht mehr in ihre Laichgebiete gelangen konnten. Man baute deshalb am Südufer bei Rönne die erste Fischtreppe. Schnell zeigte sich, dass diese Treppe für den Aufstieg vieler Fische nicht ausreichte.
2010 wurde die größte Fischtreppe Europas fertiggestellt. Sie ist seitdem Vorbild für alle neuen Fischtreppen auf der Welt.
Nach einem kleinen Rundgang durch die Elbauen sahen uns die alte Fischtreppe an. Sie ist 216 m lang und hat drei Ruhebecken für die Fische. Hier können die größeren Fische allerdings nicht aufsteigen.
Dann liefen wir über die Staustufe. Wir hatten Glück, eines der vier 50 m langen beweglichen Wehr wurde gerade gewartet und so konnten wir gut in das Innere sehen, eine imponierende Technik. Vor der Besichtigung machten wir dann unsere Mittagspause.
Am Rande der Elbinsel, sie hat den Namen Schleuseninsel, liegt die Fischtreppe. Pünktlich um 14:00 Uhr waren wir zur Führung da. Unsere Führerin, Frau Gudrun Bode erklärte uns während der 90-minütigen Führung alle Details.
Die Anlage hat 20 Millionen Euro gekostet. Das System hat 49 Becken und ist 550 m lang. Die Fische steigen von Becken zu Becken auf. Die Becken sind 16 m breit und 9 m lang und ca. 1,85 m tief. Die Becken sind jeweils links und rechts durch senkrechte 1,20 m breite Schlitze für die Fische passierbar. Am Ende landen die Fische in einem Korb und werden dann von Hand gezählt. Der 3 mal 4 m große Korb wird mindestens zweimal pro Tag geleert. So weiß man, dass seit der Inbetriebnahme ca. 2 Millionen Fische aufgestiegen sind. Einige Fische werden auch gewogen, gemessen und mit einem Chip versehen. So sind ca. 50 Arten bereits nachgewiesen. Der größte Fisch bisher war ein Wels von 1,61 m Länge und einem Gewicht von 28 Kilogramm.
So wird ständig nachgewiesen, dass die Treppe funktioniert und die Forscher gewinnen für sie wichtige Erkenntnisse.
Neben der Treppe ist eine spezielle Aalleiter, die Frau Bode uns ebenfalls erklärte.
Nach dieser interessanten Führung liefen wir über das Schleusensystem, welches an einem eigenen Schleusenkanal liegt, zur Bushaltestelle und fuhren zur abschließenden Kaffeeeinkehr in Geesthacht.
Ein toller Tag, vielen Dank an Lilly.

 

 

 

Wanderfreunde Nordheide e.V.