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05. – 12.10.14 Luxemburg

Dieser Beitrag wurde von unserer Pressewartin Elke Schmidt geschrieben.
Mit den „Werten Gästen“ durch den Deutsch - Luxemburgischen Naturpark
„Werte Gäste“, diese freundliche und immer wiederkehrende Ansprache von Klaus, unserem Wanderführer in Luxemburg, klingt wohl noch jedem Teilnehmer in den Ohren, der zusammen mit Mabel und Hans in Luxemburg und in der Südeifel gewandert ist. Schade, dass es so viel geregnet hat. Bei Sonne hätte alles sicher noch schöner ausgesehen. Der Regen machte den Untergrund rutschig und wurde einem von uns zum Verhängnis. Ergebnis: Wadenbeinbruch und vorzeitige Abreise.
Unsere Unterkunft hatten wir auf der geschichtsträchtigen „Burg Bollendorf“ an der Sauer, umgeben vom Deutsch-Luxemburgischen Naturpark. Hier wurden wir sehr freundlich aufgenommen und vom Burgbesitzer und Koch Karl-Georg Freundt mit einer bodenständigen und regionalen Küche verwöhnt.
Trotz des teilweise schlechten Wetters ließen wir uns natürlich nicht vom Wandern abhalten und durchstreiften die einzigartige Felsenlandschaft, auch „Luxemburgische Schweiz“ genannt. Riesige Felswände und enge Schluchten führten uns durch das Müllerthal. Wir waren in Echternach, der ältesten Stadt Luxemburgs, 698 von Missionar Willibrord gegründet. Zuvor spazierten wir durch den Garten von Schloss Weilerbach. Unser Wanderführer Manfred berichtete uns von dem gar nicht so weltfremden Leben der Äbte, von Festen, zu denen auch schon mal die Nonnen aus dem Kloster eingeladen wurden.
Zwei Highlights haben uns nachhaltig beeindruckt. Das erste war das „Ofen- und Eisenmuseum“ von Brigitte und Theo Lukas aus Hüttingen. Anfang der 80er Jahre fingen Brigitte und Theo an zu sammeln und trugen alles zusammen, was früher in den Haushalten zur normalen Ausrüstung gehörte. „Sammler“ sind glückliche Menschen sagte einst Goethe. Und bei Ehepaar Lukas scheint es zu stimmen. Wenn es ums Sammeln geht, sind sie sich einig und auch sehr stolz, dass sie ohne öffentliche Gelder, dieses Museum mit seinen seltenen Herd- und Kochgerätschaften, Bügeleisen, Lockenwickler sogar einer eingerichteten Schulklasse ein Stück Zeitgeschichte in ihre Räume geholt haben. Ein Kleinod mit unverwechselbarem Charme und die bei vielen von uns die Erinnerung an ihre Jugend wachrief.
Das zweite Highlight war das „Chateau de Vianden“. Eine mittelalterliche Befestigungsanlage und eine der größten erhaltenen Burgen westlich des Rheins. Entstanden auf einem ehemaligen römischen Kastell (360-450 nach Christus). Im 11. Jahrhundert war sie die mächtigste Wehranlage Luxemburgs. Bis ins 15. Jahrhundert lebten hier die Grafen von Vianden als mächtigste Herren zwischen Rhein, Mosel und Maas. Über die Jahrhunderte erfuhr die Stauferburg zahlreiche Erweiterungen u. a. eine zehneckige Kapelle. Die Burg erzählt eine bewegte Geschichte mit vielen Besitzern. 1820 erwarb Wenzeslas Coster, Bürgermeister der Stadt Vianden, die Burg und ließ alles Wertvolle - Kupferverdachung, Bleiverglasung, Holztäfelung und Eisenbeschläge, Türen und Fenster - ausbauen und verkaufen, sodass die Burganlage verfiel. Erst 1977 wurde die Burg Vianden verstaatlicht und schrittweise restauriert.
Durch Luxemburg gingen wir mit Klaus und seinen „werten Gästen“ begleitet vom Regen, unserem ständigen Begleiter. Wir hätten auf unseren Busfahrer Thomas hören und die 14 Kilometer langen Kasematten erkunden sollen, die schon den alten Luxembugern seit Jahrhunderten Schutz boten. In Remich an der Mosel, die ganz nach Höchstand aussah, suchten wir Schutz in einem Café. Frisch gestärkt ging es weiter nach Schengen. Dort wurden wir in einem Pavillon über das Schengener Abkommen informiert. Ein internationales Übereinkommen insbesondere zur Abschaffung der stationären Grenzkontrollen an den Binnengrenzen der teilnehmenden Staaten (Europäische Union).
Die Rückreise an einem Sonntag führte uns noch nach Trier. Dort gingen wir durch das „Porta Nigra“ in die Innenstadt. Leider hatten alle Geschäfte, vor allem die Schuhgeschäfte, wie Hans so schön bemerkte, geschlossen. Er kennt eben die Frauen. Viele von uns suchten Schutz und Wärme im Dom von Trier und hatten damit auch gleich die Gelegenheit, an einem katholischen Gottesdienst teilzunehmen.
Schade, dass sich die Sonne so wenig zeigte, aber deswegen lassen sich die Wanderfreunde noch lange nicht die Laune verderben. Als „Gute-Laune-Aufheller“ muss hier noch unser Busfahrer Thomas erwähnt werden, dem nicht nur wegen seiner tollen Fahrweise applaudiert wurde. Seine zupackende und praktische Art, mal eben ein Buffet aufzustellen war beeindruckend. Eine Sympathie auf Gegenseitigkeit und so freuen wir uns schon auf unsere nächste Reise mit ihm.

 

 

Wanderfreunde Nordheide e.V.